Skandal um verseuchte Lebensmittel
Rucola ....? Jakobs-Greiskraut ....?
Hätten Sie es gewusst?
Hätten Sie es gewusst?
12.08.2009: "Der Lebensmitteldiscounter Plus nimmt nach dem Fund giftiger Pflanzenteil seine Packungen aus dem Sortiment." So oder ähnlich waren die Meldungen in der Presse. Was war geschehen? Ein Kunde aus Hannover fand Blätter des giftigen Jakobs-Greiskrautes in einer Rucola-Verpackung und meldete dieses sofort. Die Reaktion war, dass nicht nur möglich betroffene Filialien, sondern fast bundesweit Rucola aus dem Verkehr gezogen wurde und lange danach nicht gehandelt wurde. Eine überzogene Reaktion? Angesichts der Tatsache, dass das Jacobs-Greiskraut eine giftige Pflanze ist, war dieses eine richtige Entscheidung. Unstrittig war auch, dass der Landwirt bzw. Lieferant der Ware eindeutig bekannt war und somit die Reaktion in meine Augen doch mal wieder überzogen war. Ein regionales Handeln wäre ausreichend gewesen. Doch sehen Sie sich das Blatt oben genau an. Wissen Sie was das ist, Rucola oder Jacobs-Greiskraut? Die eindeutige Identifizierung ist für den Laien schwer. Es handelt sich oben um das Blatt des Jakob-Greiskrautes.
Greiskräuter gibt es in vielen Variationen. Sehr bekannt ist das Raukenblättrige Greiskraut, das dem Jakobs-Greiskraut im Wachstum und Aussehen sehr ähnlich ist. Größe, Blüten und Stiel sind sehr identisch. Der sofort erkennbare Unterschied sind die Blätter. Während das Raukenblättrige Greiskraut schmale fiederartige Blätter hat, so hat das Jacobs-Greiskraut Blätter mit breiten gebuchteten Blattabschnitten und größeren Endlappen, ähnlich dem Rucola. Eines aber haben die Greiskräu-
ter alle gemeinsam - sie enthalten Pyrrolizidinalkaloide, welche bei Verzehr leberschädigend und Krebs auslösend sind. Über Art und Höhe der Auswirkungen (Vergiftungen) entscheidet wie immer die Höhe der eingenommenen Dosis (Paracelsus).